Donnerstag, 31. Oktober 2013

Missing Link - Zwischenstand Ende Oktober

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Der Nina-Cardigan ist auch fertig! Ob es am Stoff lag oder am Schnitt - ich hatte zu kämpfen.
Der Stoff ist ein Wollstrick-Gespinst, das endlos dehnbar scheint und überhaupt keinen Stand hat.


Style Arc hat diesen Eine-Größe-Schnitt für das Nähen mit der Overlock konzipiert, also ist für die Nahtzugaben nur 5mm vorgesehen. Die habe ich beim Zuschnitt auf 1cm verbreitert.
Damit die Nähte nicht länger gezogen werden und wellen, habe ich bei meiner Babylock die kleinste Kräusel-Stufe eingestellt. So bekam ich schöne Nähte in den richtigen Maßen.
Als ich die Jacke dann zum ersten Mal anprobierte, stellte ich fest, dass ich meine spezifischen Änderungen nicht bedacht hatte! Weil keine Anhaltspunkte wie in Mehrgrößen-Schnitten vorhanden waren, hatte ich die Änderungen schlichtweg vergessen,  also war Trennen angesagt!
Die Armlöcher mussten ausgeschnitten und die Seiten unter den Achseln eingehalten werden, der Passform zuliebe. Die Vergrößerung durch das Ausschneiden wurde durch das Einhalten unter den Achseln aufgehoben, so dass die Ärmel ohne Änderung passten.


Dazu war die ganze Jacke viel zu lang, die Zipfel hingen bis über die Knie.
Also schnitt ich den unteren Besatz um 7cm kürzer. Als ich mich dann bei der nächsten Anprobe im Spiegel sah, traf mich fast der Schlag - über meinem ausladenden Hinterteil war der Cardi zu kurz und zu eng, der Stoff wurde breit gezogen, außerdem störte die Mittelnaht gewaltig!

Der untere Besatz hat im Original keine Seitennaht, dafür die hintere Mittelnaht. Das Stück Stoff, das ich noch übrig hatte, reichte nicht mehr für einen ganz neuen Besatz. Deshalb schnitt ich an den Seiten, an der Stelle, an der die Oberteile in ihrer Seitennaht aneinander stoßen, den Besatz ein, so dass ich eine Seitennaht anlegen konnte. Den hinteren Besatz schnitt ich neu zu, mit einem Bogen am unteren Saum und ohne Mittelnaht und nähte ihn ein. 
Gerettet! Es wäre zu schade um den teuren Stoff gewesen ...


Auf dem Foto sieht man, dass ich den unteren Besatz auch etwas eingehalten habe. Beim Nähen stellte ich dann fest, dass die Naht trotz Kräusel-Einstellung wellte und das Oberteil breit gezogen wurde. Also noch mal auftrennen und mit schmalem elastischen Band verstärken! (Ich habe vergessen, wie das Band heißt, das man auch zur Verstärkung von Schulternähten nimmt ...)

Die Säume wollte ich nicht mit der Overlock nähen. Damit auch sie nicht wellig wurden, habe ich sie zum Nähen mit Avalon-Streifen verstärkt. Avalon ist eine Stick-Auf- oder Unterlage, die das Verziehen des Stoffes verhindert und sich anschließend auswaschen lässt.


Zuerst war ich misstrauisch, aber es ließ sich wirklich problemlos auswaschen.
Zum Nähen nahm ich dann meinen Obertransporteur. Diese Investition in diesen sehr teuren Nähfuß hat sich gelohnt, ich habe ihn schon oft benutzt und schöne gleichmäßige Nähte bekommen.

video

Nach dem Waschen bekam ich den nächsten Schreck: Der Cardi war winzig klein geworden!
Aber er ließ sich doch noch  problemlos dehnen. Zum Trocknen zog ich ihn auf meine selbstgemachte und an meine Figur angepasste Schneiderpuppe, damit er wirklich passt:


Tragefotos gibt's später, ich bin noch nicht zum fotografieren gekommen.

Das nächste Teil hab ich auch schon in Angriff genommen: Der Trenchcoat ist zugeschnitten und Paspeln sind vorbreitet:


Hier seht Ihr, wie tapfer sich die anderen SWAP-Teilnehmerinnen geschlagen haben!

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Das erste Teil ist fertig



Nach meinem Frust mit dem Hosenrock habe ich mich erstmal auf ein anderes Stück konzentriert. Der türkisblaue Stoff lachte mich so an, dass ich nicht widerstehen konnte. Und das ist daraus geworden:


Diese Jacke ist aus dem "Meine Nähmode"-Schnitt, Heft 3/2012 Modell 19. 

Der Stoff ist ein Wolle-Polyester Gemisch, schön standfest - trotzdem weich und etwas elastisch. Er ließ sich wunderbar verarbeiten. 
Mit der Schnitt-Anleitung hatte ich erst kleine Irritationen. Wo war denn nur die vordere Blende für dieses Modell? Und warum hat sie diese Form (grün umrandet)?

 
 Bei der Schnittteil-Zuordnung (Punkt 6) ist die Modellnummer 19 wohl vergessen worden. Mit den Bildern der Anleitung löste sich auch das Problem mit der Verjüngung am oberen Ende:


Die Schulternahtanteile der Vorderteile sind kürzer als die des Rückenteils. Die fehlenden Zentimeter kommen von der vorderen Blende, die dann verschmälert in den Schalkragen übergeht.
Dieser Schnitt ist perfekt! Anders als beim Nina-Cardigan ist die untere Blende geschwungen (Nr.5 auf der technischen Zeichnung, blau eingekreist), das kommt der Passform sehr zugute. Das Rückenteil ist in einem Teil zugeschnitten, das macht meinen Rücken sehr gerade und ich überlege, doch noch Abnäher einzuarbeiten.Die Ärmelvolants habe ich weggelassen.
Für diese Jacke brauchte ich nur ein paar Stunden und ich bin richtig glücklich damit!

Unter der Jacke trug ich heute ein einfaches Top, das ich mir aus einem Jerseyrest schon vor längerer Zeitgenäht hatte:

burda 01/2013 Modell 123A





Mittwoch, 2. Oktober 2013

Die Krise


Heute gibt's bei mir noch keine Fotos aus dem Kiebitzkeller, denn jetzt hat's mich erwischt - die erste Krise in diesem Sewalong!
Der Hosenrock ist immer noch nicht fertig! Der Stoff ist Baumwolle mit nur 3% Elastan, benimmt sich aber als wäre er aus Vollgummi! Dreimal habe ich ihn schon aufgetrennt - ich kriege einfach keine Passform rein!
Die ganze Näherei gestaltete sich sowieso schwierig, meine Küchenrenovierung raubte mir viel Zeit und mein Garten schrie "befreie mich vom Unkraut, pflanze Zwiebeln und mach mich winterfest!" Jetzt hoffe ich auf einen ruhigeren Oktober.
Der Nina-Cardigan-Schnitt ist aus Australien angekommen und sieht nicht so schwierig aus, da hoffe ich, dass ich den schnell nähen kann.
Für den Mantel habe ich mich für einen anderen Trenchcoat-Schnitt entschieden, und zwar für den aus der burdastyle von September 2010, Modell 113. Der McCall's-Schnitt ist mit zu suspekt und den Burda-Schnitt habe ich schon fertig kopiert und angepasst in meinem Ordner liegen.


So, gleich geht's zur Chorprobe und morgen zum Stoffmarkt nach Oberhausen. Darauf freue ich mich schon!

Die anderen "Missing Link"-Suchenden haben schon schöne Sachen fertiggestellt, schaut mal hier nach: