Samstag, 7. Juni 2014

Pannesamt-Diskussion

Lucy in the Sky brachte das Pannesamt-Dilemma zur Sprache. Auch ich habe solche Polyester-Stücke in meinem Stofflager, dazu noch Nicky und eine Art glänzenden Poly-Cord, von dem ich nicht mal weiß, wie ich dazu gekommen bin.

 Hier die Scheußlichkeiten ... Polycord und smaragdgrüner Pannesamt

und hier die schönen Stoffe:

Den scheußlichsten kann ich nicht fotografieren, die Farbe kommt nicht so raus, wie ich das will:
Ein neon-oranger Pannesamt mit Goldglitter! Meine kleine Enkeltochter fand den Stoff sooo schön, da nähte ich für ihre Puppe eine Leggins. Prompt wollte sie auch eine für sich, die ich ihr dann auch nähte. Den Goldglitter fand ich noch Wochen später in der Nähmaschine - dieser Staub ließ sich kaum wegsaugen, ähnlich wie Styropor.

Dass dieses Polyester-Zeugs sich nicht gut auf der Haut anfühlt, ist wohl allgemeiner Konsens. Dass aber jeder Pannesamt und Nickystoff doof aussieht, bestreite ich! Gut - Nicky ist in den letzten Jahren nicht mein Favorit gewesen, aber er ist doch ziemlich kuschelig und weich. Zudem finde ich, dass er sich gut vernähen lässt. Immi hat mal einen wunderschönen königsblauen Nicky-Pulli genäht, der mich meine Nicky-Vorurteile überdenken ließ.

Den dunkelroten Pannesamt brauchte ich für den Besatz eines Kinderkleids:

Burda 2009-07-139

Für Kinder sind Sachen Nicky und Pannesamt ganz praktisch, man schmeißt es in die Waschmaschine, hängt es ein paar Minuten auf , fertig - wenn das Kind keine Probleme mit der Haut hat. Zur Taufe meiner jüngeren Enkeltochter nähte ich zum Kleid ein warmes weißes Nicky-Häubchen und einen Bolero, der sie im Oktober warm hielt:


Aus den schönen Stoffen auf dem Foto oben möchte ich mir etwas nähen. Auf dem Bild sieht man die Farbentöne nicht so genau (rot ist immerschwer zu fotografieren), aber sie passen gut zusammen.
Sobald die Hochzeit meines Sohnes im Juli vorbei ist, werde ich Zeit haben mir etwas auszudenken. Dann kann man ja schon mal an den kommenden Winter denken ...

Mittwoch, 4. Juni 2014

Frühlingsshirt und Bielefeld-Treffen-Nachlese

Wie singt doch die Christel von der Post so schön: "Nur nicht gleich, nicht auf der Stell, denn bei der Post geht's nicht so schnell..."
In meinem blog auch nicht, obwohl ich genug zu posten hätte, denn ich habe einiges genäht (obwohl ich seit dem Bielefeld-Treffen drei Mal stark erkältet war).

Mit der Bestellung des Nina-Cardigans im letzten Jahr ist als Goodie das Gail-Knit-Top von Style Arc mitgekommen. Der Schnitt sieht erst kompliziert aus, aber vor allem aus den Illustrationen erschließt sich die Machart. Ansonsten ist die Anleitung eher dürftig.


http://www.stylearc.com.au/stylearc/index.php?page=shop.product_details&flypage=flypage.tpl&product_id=571&category_id=8&option=com_virtuemart&Itemid=45


Die Näherei ging wunderbar schnell über die Bühne, dank Obertransport-Fuß an der Nähmaschine auch sauber und ordentlich. Die Schnittteile fügten sich gut zusammen.
Der Stoff ist ein nach beiden Seiten dehnbarer Viskose-Jersey, der sich wunderbar trägt. Bei der Anprobe war ich begeistert.

Die Begeisterung wurde dann arg gedämpft, als ich die Trage-Fotos sah. Die Falte über dem Busen ist nicht zu übersehen! Da muss ich am Schnitt noch etwas ändern (nur was? - Kann mir jemand helfen?). Das Foto lässt mich so unvorteilhaft aussehen ...

 

 Narzissen und die Tulipan, 
die ziehen sich viel schöner an,
Als Salomonis Seide
(aus "Geh aus mein Herzund suche Freud" von Paul Gerhardt)

Die Fotos, die schon Ende April gemacht wurden, sind auch nicht so schön. Mein Mann macht wunderbare Makro-Aufnahmen, nur wenn er mich fotografieren soll klappt es nicht so gut. Ich meine, es liegt daran, dass ich so steif herumstehe, alles wirkt so statisch. Wenn ich mich bewegen würde, dann kämen bessere Fotos heraus.
Das nächste Mal werde ich ihn dazu bewegen, die Fotos anders zu knipsen.







Allen, die das wunderbare Bielefeld-Treffen organisiert haben, danke ich ganz herzlich, es war so schön, gleichgesinnte Nähnerds zu treffen!

Ein paar Schnitte und Hefte hatte ich mitgenommen zum Tauschen, nach Hause kam ich mit Bergen von Stoff und sonstigem Zubehör aus dem Marc-Aurel Outlet und aus der Tauschbörse:

 Hier der Fang aus der Tauschbörse, die Wolle mit der Eisbär-Strickanleitung hat mir meine Tochter schon abgeschwatzt, sie liebt es,Tiere zu stricken. Highlights sind der dunkelrote Nickystoff (...ich...Nicky...niemals... lol) und das helle Kunstleder darüber.
Einen Basis-Shirt-Schnitt brauchte ich schon lange, und um einen Chanel-Jackenschnitt brauche ich mich jetzt auch nicht mehr zu kümmern. Blusen- und Rockschnitte sind immer willkommen.

Grün-lila-schwarz ist das grafische Muster der Seide vorne. Der dunkelblau-weiß gemusterte Stoff mag wohl eine Seiden-Baumwollmischung sein. Hinten rechts eine gepunkete Viskose, für die ich noch ein kleinteiliges Schnittmuster suchen muss. Der Rapport ist von breiten Bordüren durchbrochen (die ich hier weggefaltet habe), die mir nicht gefallen. Aber die wilden bunten Punkte gefielen mir so gut, dass mir die 9 Euro für 3 Meter Stoff nicht zuviel waren.
Links liegt noch ein Webstoff für eine Chanel-Jacke, rechts schwere Baumwolle in schwarz-grau-weiß und dazu passender schwarzer Stoff.


Am meisten reizen mich jetzt der dunkelrote Nickystoff und die gepunktete Viskose. Bis ich dazu komme, dauert es aber noch. Anfang Juli heiratet mein Sohn, dafür habe ich noch Kleider für mich, mein fünfjähriges Enkelkind und meine zweitälteste Tochter in Arbeit. Dazu später mehr.

Allen eine Schöne Zeit und gute Näherlebnisse und -ergebnisse!

Freitag, 28. März 2014

"Eve" von schnittchen(dot)com





Die Jacke Eve hat es mir schon lange angetan, also bestellte ich den Downloadschnitt. 


Es gibt auch einen Papierschnitt, der etwas teurer ist, aber weil ich nicht warten wollte, lud ich ihn herunter und druckte ihn aus. Der Schnitt ist sehr genau konstruiert,die Schnittteile ließen sich problemlos zusammenfügen.


 http://www.schnittchen.com/shop/de/schnittmuster/jacken/schnittmuster-eve


Als ich den Schnitt das erste Mal sah, dachte ich, dass der Saum des Hemdes, das darunter hervorschaut, zur Jacke gehört. Genau so wollte ich es haben!
Zuerst war ich enttäuscht, dass der Saum gerade ist, aber dann machte ich mich an die Schnittänderungen: 


Das Rückenteil verlängerte ich und baute Abnäher ein, damit der Saum nach innen geht. Im Winter habe ich gerne etwas Wärmendes über dem Po. Die Ecken rundete ich ab. Am Vorderteil veränderte ich nur die Ecken, die ich ebenfalls abrundete. 


Der verwendete Stoff ist Walkloden vom Stoffmarkt, der – wie mir versichert wurde – aus reiner Wolle ist. Zuhause wusch ich ihn erst, da konnte man riechen, dass er aus Wolle ist.
Die Farbe ist ein dunkles königsblau, das auf den Fotos nicht gut herauskommt, weil die Sonne so kräftig schien.
Der Walkloden ist ziemlich weich, deshalb brauchte ich Belege für die unteren Säume. Zuerst schnitt ich sie aus dem Walkloden, merkte aber dann (natürlich als alles fertig und die Handnähte gemacht waren) dass sich die Belege durchdrücken und die Jacke furchtbar schwer wurde! 


 Den hinteren Beleg trennte ich ab und ersetzte ihn mit einem Stück Futterstoff. Am Vorderteil konnte ich mich noch nicht dazu durchringen.

Ein Lob der Holzlöffel-Methode
Zum Zuschneiden und Bügeln der runden Ecken am Saum war ein alter Holzlöffel sehr hilfreich:


 

Mit der Rundung des Holzlöffels bekam ich schöne Ecken hin.
Meine Jacke ist für kühle Frühjahrs- und Herbsttage geeignet, im Winter kriecht die Kälte durch den Walkloden. Aus einem Stück wattiertem Futter will ich mir ein einknöpfbares Winterfutter nähen.
Für den Kragen und die Taschen-Paspeln verwendete ich einen festen Stoff, bei dem ich erst nicht sicher war, ob er farblich überhaupt dazu passt, aber inzwischen gefällt mir die Zusammenstellung gut.


 Als Verschlüsse verwendete ich Klipse, die ich zunächst mit Garn angenäht habe. Die Metallösen werde ich aber wohl mit Stoffstreifen annähen müssen, damit sie halten.


 Unterhalb des Kragens nähte ich eine Verstärkung ein, damit der weiche Stoff sich nicht durch einen Aufhänger (den ich noch nicht eingenäht habe) verzieht.


Alles in allem bin ich mit dem Schnitt und meiner Jacke sehr zufrieden: Der Schnitt ist akkurat konstruiert und der große Kragen ist ein Hingucker.

Winterschlaf und Frühjahrsmüdigkeit …



In den letzten Monaten war nicht viel von mir zu hören, aber richtig faul war ich trotzdem nicht!
Eine Menge Kleinkram war zu erledigen, z.B. die Verwertung von Blusen, die mir allesamt zu klein geworden sind. Weil ich Rollkragen und hochgeschlossene Kragen nicht mag, habe ich nur Pullover mit V- oder anderen halsfernen Ausschnitten. Im Winter ist es mir zu kalt, ein unbedecktes Dekolletée zu haben, und Schals mag ich auch nicht immer. So habe ich die Blusen kurzerhand zu Krageneinsätzen umfunktioniert.


 Nachdem ich die ersten beiden zugeschnitten hatte, ging mir auf, dass sie in der Größe schnell mal aus den Pullovern herausrutschen. Also verlängerte ich sie wieder um die abgeschnittenen Stücke, nur die Ärmel und die Seitenteile schnitt ich bis zur seitlichen Ärmelnaht weg.

So etwa:

 Jetzt kann ich die unteren Ränder in den Rock- oder Hosenbund stecken, so dass sie nicht so leicht verrutschen. Falls das nicht reicht, muss ich mir aber noch eine seitliche Befestigung überlegen.

Ein paar Hosen für meine Enkel liegen ständig auf meinem Nähtisch – manchmal glaube ich, dass die lieben Kleinen ihre Jeans extra einreißen, damit ich schöne Aufnäher draufmache.



 Mein dreijähriger Enkel erklärte seinem Kindergartenfreund, der auch ein Loch in der Hose hatte: "Die musst du der Ilse-Oma geben, die macht die Hose wieder schön."


In meinem Blogtitel habe ich vollmundig angekündigt, dass ich auch übers Stricken und Häkeln berichten will. Naja, gehäkelt habe ich in der letzten Zeit wenig, aber zu Stricken habe ich angefangen: Eine Stricktunika in dunkelblau nach eigenem Entwurf.


Das Dreieck am vorderen untern Saum soll sich vielfach und kleiner in der Passe wiederholen. Glücklicher Weise habe ich noch einige Strickmuster-Hefte aus den 70ern und 80ern, so dass ich mit den Dreiecken in der Passe keine Probleme haben werde.
Für Ärmel- und Halsausschnitte wende ich meine gewohnten und immer schon benutzten Abnahmen an, so kann auch ohne Strickanleitung ein passendes Teil entstehen.


Im Juli heiratet mein Jüngster, dafür will ich mir ein ärmelloses schwarzes Kleid mit Stickerei und ein Jäckchen aus pinker Dupionseide nähen. Die Stoffe sind sehr auffällig, da brauche ich Schnitte, die unauffällig meiner Figur schmeicheln. 


 Mit Kleidern stehe ich zur Zeit auf Kriegsfuß, da ich in den letzten Jahren ständig dicker geworden bin. Jetzt probiere ich Plusschnitte aus, stelle aber fest, dass ich die, nicht wie bei den upgrade-Normalschnitten gewohnt, ändern kann, sondern erst mal probieren muss, was ich wo ändere. Ein Probeteil ist also obligatorisch! Ich erhoffe mir von den Plus-Schnitten, dass sie in den Schultern und  am Busen besser sitzen.

http://www.burdastyle.de/burda-style/damen/etuikleid-figurbetont-kleider-tuniken_pid_744_10682.html



http://www.burdastyle.de/burda-style/damen/kostuem-jacke-rock-weste-kostueme_pid_177_5374.html

An meiner selbstgemachte Schneiderpuppe habe ich den Schnitt schon mal angepasst, leider ist sie ein paarmal umgekippt und deshalb etwas eingedötscht, ich hoffe, den Schnitt doch noch hinzubekommen. 

So, das wär's für heute!
Meine Jacke "Eve" von Schnittchen dot com berichte ich im nächsten Post.


Freitag, 3. Januar 2014

Neujahrsgruß

Hallo Ihr Lieben,
mein Lieblings-Buchhändler hat mir zu neuen Jahr dieses Gedicht von Erich Kästner geschickt; ich fand es recht passend zu meinen Näherlebnissen vom vergangenen Jahr:

Spruch für die Silvesternacht

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.

Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat!

Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm!
Und bessert euch drauflos!
(Erich Kästner)

Euch allen noch ein schönes 2014!


Donnerstag, 2. Januar 2014

AusgeSWAPpt!



Zuerst die gute Nachricht: Zwei Teile habe ich fertig bekommen. Auf meine beiden Cardigans bin ich sehr stolz. Vor allem den blauen trage ich oft. 
 

Den Hosenrock habe ich "auf Halde" gelegt, dem werde ich mich später, ohne den Zeitdruck eines Sewalongs widmen.

Die weniger tolle Nachricht: Beim Trenchcoat kann ich nur versuchen, zu retten was zu retten ist.
Den richtigen Schnitt zu finden, war schwieriger als gedacht. Der, den ich ausgesucht hatte gefiel mir nicht mehr so gut – die lange Falte im Rücken war mir ein Dorn im Auge, also reduzierte ich sie auf einen Gehschlitz. Das fand ich ganz praktisch, weil ich so noch Stoff für eine Gürtel übrig hatte, denn. die Stoffmenge war nicht so üppig, wie ich geglaubt hatte.
Nicht bedacht hatte ich, dass Änderungen am Schnitt weitreichende Folgen für die Passform haben können – an den Schultern passte nun garnichts mehr! Von lustvollem Arbeiten war an dieser Stelle keine Rede mehr. 
 

Lernerfolg:
           - Die Stoffmenge großzügiger kalkulieren!
       - Vorher ein Probestück nähen!

In Sewalongs vergleicht man sich immer, der Vergleich ist die Grundlage solcher Aktionen. Bestenfalls bestaunt man die tollen Ideen, die die anderen produziert haben und ist stolz, selbst gute Ideen verwirklicht zu haben. Schlechtestenfalls glaubt man,garnichts im Vergleich zu anderen zustande gebracht zu haben. Dazwischen gibt es viele Abstufungen, je nach Gefühlslage.
Meine Gefühlslage schwankte gewaltig – vom Himmel (Stoffkauf und Präsentation) zum Keller (Hosenrock) wieder zu himmlischen Höhen (blauer Cardigan), mit langsamen Abstieg (Nina-Cardigan) zu tiefstem Keller (Trenchcoat).
Martina (MaxLau) schreibt: "Was mir gut gefallen hat, war das disziplinierte Arbeiten an einer kleinen Kollektion." Das finde ich bewundernswert! Gerade mit dem disziplinierten Arbeiten hatte ich große Probleme!
Bis Ende Oktober ging bei mirauch alles recht gut, den Misserfolg mit dem Hosenrock hatte ich gut weggesteckt und die beiden Cardis machten mich zufrieden.
Im November sind fünf Familiengeburtstage, im Dezember nochmal zwei. Dazu Chorproben und –Auftritte, dazu kam Weihnachten  mit allen Vereinsweihnachtsfeiern wieder mal so plötzlich dazwischen … Diszipliniertes Arbeiten??

Lernerfolg:
      -  In hektischen Zeiten sollte ich nicht nähen! 

Ob ich nochmal an einem Sewalong teilnehme? Ich weiß es nicht. Der Druck war für mich sehr groß, zumal es für meine Verhältnisse ein Mammut-Projekt war. In nächster Zeit werde ich mich auf selbstgesteckte Ziele beschränken, die ich posten kann, wenn sie glücklich beendet sind. Das öffentliche Nähen für die Tonne … mag ich nicht (an dieser Stelle ist mir als Ruhrgebietskind eine andere Wortwahl in den Sinn gekommen, die ich Euch aber ersparen mächte). 

Für mich ist dieser SWAP erstmal beendet. Jetzt kann ich in aller Ruhe das nähen, was ich gerne möchte. Es liegen noch mehr UFOs herum, außerdem möchte ich mich im Recyceln versuchen.

Euch Allen ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2014!