Freitag, 4. September 2015

Das August-Oberteil

Ziemlich spät bin ich diesmal dran, dabei ist das Top doch schon lange fertig!
Aber hier isses:
eigentlich recht unspektakulär, ein gerades Top mit Passe. Von hinten sieht es fast gleich aus, nur der Halsausschnitt ist höher.
Der Weg zu diesem Shirt war ein wenig krumm. Eigentlich sollte es ein Fledermausshirt mit 3/4 Ärmeln werden. Das Schnittmuster nahm ich von einem vorhandenen gekauften Shirt ab, das gut passt.. Dazu legte ich auf meinen Zuschneidetisch Styroporplatten (gibt's billig im Baumarkt), darauf dann ein Blatt Schnittmusterpapier und darauf den Pulli. Mit dem Kopierrädchen fuhr ich die äußeren Konturen ab, die Ärmelnähte prickelte ich mit einer Nähnadel durch, wie wir das im Kindergarten gelernt haben. Das Rädchen auf dem Shirt zu verwenden war mir zu heikel, vielleicht wäre was kaputt gegangen.

Soweit so gut, dann kam das Dilemma: Der grüne Baumwolljersey reichte nicht für einen ganzen Pullover! Also musste eine alternative Lösung her. Ein Rest schwarzen Baumwolljerseys war die Rettung. Das auskopierte Schnittmuster wurde von Ärmel zu Ärmel mit einer Passe im Bogen versehen. Jetzt war ausreichend Stoff vorhanden.


Geschnitten - genäht - fertig !  ????


Oh nee, viel zu weit! Der Halsausschnitt sieht auch furchtbar aus und dann diese Ärmel! Die Ärmel hätte ich höher ansetzen müssen, die schwarze Passe war viel zu wuchtig! Also nahm ich mir das Teil nochmal vor, schnitt die Ärmel ab, kürzte die Passe an der Schulternaht und am Armausschnitt und machte das ganze Shirt schmaler. Hals- und Armausschnitt versäuberte ich mit Belegen aus dem schwarzen Jersey.
Dann flog das ganze Ding nochmal in die Waschmaschine und anschließend in den Wäschetrockner. 
Der Stoff hat das gut überlebt. Jetzt sitzt es besser und gefällt mir gut. Das Shirt ist an der Seite nicht gerafft, wahrscheinlich habe ich es etwas hochgezogen. Der untere Saum ist hinten länger als vorne.

Bei Constance auf Santa Lucia Patterns könnt Ihr weitere August-Tops sehen.

Mittwoch, 5. August 2015

12 Tops - Challenge: Original und Fälschung

Als Anfang des Jahres in vielen Blogs von "La Maison Victor" die Rede war, wurde ich sehr neugierig. Dieses Heft wollte ich auch!! Leider hatte ich keine Zeit, die Bahnhöfe abzuklappern, deshalb blieb es erstmal bei dem Wunsch. Das Heft via Internet zu bestellen gestaltete sich auch schwierig, weil mein Anti-Viren-Programm die Seite des Magazins als gefährlich einstufte und nicht öffnen wollte. Als Mein Antivir endlich die Seite freigab, wollte ich keine neuen Schnitte bestellen weil ich schon so viele habe.


Das Top "Fauve" hatte es mir aber besonders angetan; bei genauerem Hinsehen dachte ich, das kriege ich auch allein hin! Also wird erstmal eine Zeichnung gemacht:

Einen Schnitt, an dem ich die Veränderungen vornehmen konnte, musste ich auch noch suchen.
Zuerst dachte ich an diesen Burda-Schnitt Nr.106 aus dem April-Heft von 2013:

Der war aber nicht ideal, weil ich die Falten an der linken Seite erst heraus konstruieren musste.
Perfekt war dann ein Schnitt, dessen Schulterpartie ich von einem vorhandenen einfachen, geraden Shirt abgenommen hatte (linke Zeichnung) und dem Unterteil meiner Bluse Sophie. Dahinein bastelte ich erstmal senkrechte Falten, indem ich die Schnittteile gerade auseinanderzog (mittlere Zeichnung) und 3 cm breite Streifen einfügte.

Jetzt wollte ich erstmal sehen, ob der Schnitt überhaupt passte und nähte ein Muster:


 Im Hinterkopf hatte ich, dass bei dem Original-Top die Falten nur ein kurzes Stück abgenäht sind, deshalb nähte ich sie hier auch nicht durch - und fand das dann recht ansprechend. Also nähte ich einen Prototyp:


Aber ich wollte ja eine genaue Kopie, deshalb arbeitete ich weiter am Schnitt:


 
Auf noch ein Probestück hatte ich keine Lust, also schnitt ich gleich im gewünschten Stoff zu, einem hellrosa Leinenmix, der fürchterlich franste. Beim Falten-legen war äußerste Konzentration angesagt um den gewünschten Effekt zu bekommen.

http://www.lamaisonvictor.com/de/products/054824/Top-Fauve-Schnittmuster-video

Das Original-Top Fauve scheint ein Wende-Top zu sein, auf den Fotos sieht man einmal die rosa und einmal die graue Seite außen, auch sind die Falten mal links, mal rechts. Dafür hätte ich das Vorderteil doppeln müssen, es wäre etwas schwerer geworden und undurchlässiger. Das wollte ich nicht und habe deshalb einen breiten Beleg hinter die aufspringenden Falten genäht:


Mit dem tragbaren Prototyp und der Fauve-Kopie bin ich sehr zufrieden. Das Musterstück hätte ich auch tragen können, wenn ich bei der Rückseite auf die Musterrichtung geachtet hätte (die Gazellen stehen auf dem Kopf).


 Welche Oberteile in der Challenge noch vorgestellt werden seht ihr hier bei Constance.

Fotos mit mir als Model: Spitzenfoto - David Jost

Mittwoch, 22. Juli 2015

MMM mit Lemming-Stoff





Nach langer Zeit habe ich mir wieder ein Kleid genäht. Der Grund dafür war dieser Stoff und die wunderschönen Tiramisu-Kleider von FrauFröbelina und Frau Crafteln.


Ursprünglich wollte ich auch ein Tiramisu-nähen, sah dann aber nach einer Nähprobe davon ab. Und wie Meike (Frau Crafteln) beschrieb, dieser Baumwoll-Jersey leiert! Außerdem ist er sehr schwer. Dazu kam er mir, nachdem ich ihn gekauft hatte, doch ziemlich aufdringlich vor.
So lag er dann längere Zeit in der Jersey-Kiste, bis dieser burda-Schnitt auftauchte:





Ich mag Zipfelkleider sehr gern!
Für dieses Kleid nahm ich die kurze Version dieses Burda-Schnittes (Modell 120), die jedoch für mich immer noch im Midi-Bereich liegt. Ich bin halt etwas klein geraten. Die Burda-Längen sind mir sowieso schleierhaft, weil die Taillenlänge für mich etwas zu kurz war – was sich aber dann mehr als relativierte: Der schwere Stoff zog das Kleid erheblich nach unten! So nähte ich im nachhinein noch ein Futter für das Oberteil, das bis zur Taille reicht. Das nähte ich an den Seitennähten teilweise mit der Hand fest, um die Overlock-Nähte nicht auftrennen zu müssen.
Die Hals- und Ärmelausschnitte versäuberte ich mit Belegen mit staystitch und topstitching  (… mir fallen die deutschen Ausdrücke dazu gerade nicht ein …), damit da nichts ausleiert.

Jersey zu nähen mag ich allerdings garnicht so gern, vor allem wenn er so extrem-elastisch ist. Im Stillen dankte ich dem Nähmaschinenhändler, dass er mir eine so teure Overlock angedreht hatte, so konnte ich die wenigen Schnittteile perfekt zusammen nähen.
In der Taille schlabbert es immer noch, durch die Quer-Elastik ist es da zu weit. Das muss ich noch ändern. Für den Rücken-Reißverschluss hätte ich besser einen unsichtbaren Reißverschluss genommen, denn trotz engem Stecken und Heften verzog sich der Stoff und passt nicht mehr so hundertprozentig übereinander. Bei der letzten Naht war der Stoff besonders schlaff und verzog sich auf einer Breite von 5 mm nach unten – und das trotz Obertransportfuß!



Mit dem Rockteil gab es keine Probleme, durch den eckigen Schnitt erübrigte sich eine Weiten-Anpassung und die Saum-Überarbeitung.
Auf den Fotos sieht man, wie der Wind weht und das Kleid bauscht. Bei Windstille hängt es ziemlich schlaff herunter, ein Pettycoat wäre hier angebracht.
Trotzdem mag ich dieses Kleid sehr, dieser Schnitt gefällt mir wirklich gut, deshalb möchte ich nochmal ein Kleid aus Webstoff danach nähen.
Die Fotos hat mein Sohn gemacht, der als Fotograf im Raum Köln und im Ruhrgebiet arbeitet und zu buchen ist. Schaut mal unter Spitzenfoto - David Jost nach. Da findet ihr sehr schöne Bildergeschichten.

Und hier geht's zum MMM!