Mittwoch, 22. Juli 2015

MMM mit Lemming-Stoff





Nach langer Zeit habe ich mir wieder ein Kleid genäht. Der Grund dafür war dieser Stoff und die wunderschönen Tiramisu-Kleider von FrauFröbelina und Frau Crafteln.


Ursprünglich wollte ich auch ein Tiramisu-nähen, sah dann aber nach einer Nähprobe davon ab. Und wie Meike (Frau Crafteln) beschrieb, dieser Baumwoll-Jersey leiert! Außerdem ist er sehr schwer. Dazu kam er mir, nachdem ich ihn gekauft hatte, doch ziemlich aufdringlich vor.
So lag er dann längere Zeit in der Jersey-Kiste, bis dieser burda-Schnitt auftauchte:





Ich mag Zipfelkleider sehr gern!
Für dieses Kleid nahm ich die kurze Version dieses Burda-Schnittes (Modell 120), die jedoch für mich immer noch im Midi-Bereich liegt. Ich bin halt etwas klein geraten. Die Burda-Längen sind mir sowieso schleierhaft, weil die Taillenlänge für mich etwas zu kurz war – was sich aber dann mehr als relativierte: Der schwere Stoff zog das Kleid erheblich nach unten! So nähte ich im nachhinein noch ein Futter für das Oberteil, das bis zur Taille reicht. Das nähte ich an den Seitennähten teilweise mit der Hand fest, um die Overlock-Nähte nicht auftrennen zu müssen.
Die Hals- und Ärmelausschnitte versäuberte ich mit Belegen mit staystitch und topstitching  (… mir fallen die deutschen Ausdrücke dazu gerade nicht ein …), damit da nichts ausleiert.

Jersey zu nähen mag ich allerdings garnicht so gern, vor allem wenn er so extrem-elastisch ist. Im Stillen dankte ich dem Nähmaschinenhändler, dass er mir eine so teure Overlock angedreht hatte, so konnte ich die wenigen Schnittteile perfekt zusammen nähen.
In der Taille schlabbert es immer noch, durch die Quer-Elastik ist es da zu weit. Das muss ich noch ändern. Für den Rücken-Reißverschluss hätte ich besser einen unsichtbaren Reißverschluss genommen, denn trotz engem Stecken und Heften verzog sich der Stoff und passt nicht mehr so hundertprozentig übereinander. Bei der letzten Naht war der Stoff besonders schlaff und verzog sich auf einer Breite von 5 mm nach unten – und das trotz Obertransportfuß!



Mit dem Rockteil gab es keine Probleme, durch den eckigen Schnitt erübrigte sich eine Weiten-Anpassung und die Saum-Überarbeitung.
Auf den Fotos sieht man, wie der Wind weht und das Kleid bauscht. Bei Windstille hängt es ziemlich schlaff herunter, ein Pettycoat wäre hier angebracht.
Trotzdem mag ich dieses Kleid sehr, dieser Schnitt gefällt mir wirklich gut, deshalb möchte ich nochmal ein Kleid aus Webstoff danach nähen.
Die Fotos hat mein Sohn gemacht, der als Fotograf im Raum Köln und im Ruhrgebiet arbeitet und zu buchen ist. Schaut mal unter Spitzenfoto - David Jost nach. Da findet ihr sehr schöne Bildergeschichten.

Und hier geht's zum MMM!



Dienstag, 30. Juni 2015

Juni-Top: Nicht für heiße Tage

Diesmal probierte ich wieder einen Indie-Schnitt aus, die Bluse "Sophie" von Schnittchen.


Dieser Schnitt ist recht einfach und ohne Abnäher geplant. Bei meiner Figur funktioniert das nicht so ohne Weiteres, deshalb machte ich vorab schon mal ein FBA (Full Bust Adjustment), um Falten an den Achseln vorzubeugen, aber es reichte noch nicht aus - die Falten sind trotzdem da. Meine üblichen Anpassungen (Mehrweite in Richtung Hüfte) klappten ganz gut, aber um die Schultern herum gefällt mir meine Bluse nicht so ganz.
Den Schnitt selbst mag ich sehr, bei der Ärmel-Anpassung z.B. gab es überhaupt keine Probleme. Dass der Schnitt nicht über meine Oberweite passt, liegt daran, das ich für den Schulterbereich eine zu kleine Größe gewählt habe und an meinem zu kleinen FBA.
Sehr gut gefällt mir der Hi-Lo-Saum, der genau zu meiner Größe passt. Wenn ich mich hinsetze, bleibt der Rücken bedeckt und vorne gibt es keine Quetschfalten. Außerdem arbeitete ich im Rücken noch einen Reißverschluss ein, um die Bluse besser an- und ausziehen zu können. Ursprünglich wollte ich eine Knopfleiste im Rücken haben, aber bei dem wilden-Punktemuster wäre das zuviel gewesen. Der Reißverschluss war auch nicht nötig, wie ich später feststellte.
Die Form der Ärmel ist gefällt mir gut, die Länge ist für mich auch OK.
Der Stoff ist ein Resteverkauf-Schnäppchen aus dem Internet und zu 100 % Polytierchen-Schur, deshalb für heiße Sommertage wie heute garnicht geeignet.

Alles in Allem bin ich mit der Bluse zufrieden, als tragbares Probestück ist sie ganz brauchbar. Den Schnitt werde ich sicher noch korrigieren und weitere Blusen daraus nähen.

Bei Constance seht ihr weitere Juni-Oberteile.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Das schnelle Mai-Top

Der Monat war so schnell vorbei, dass ich kaum Zeit fand, an mein fünftes Oberteil zu denken. In der letzten Woche suchte ich dann endlich einen Stoffrest heraus und einen bewährten Schnitt und los ging's:


Es ist ein einfaches Hemdchen nach dem Schnitt "Port Elizabeth" von der amerikanischen Burda-Seite. Das Top ist extrem kurz, deshalb trage ich es hier im Lagenlook.
Auf der Rückseite ist im Original keine Knopfleiste vorgesehen, aber ich wollte mal ausprobieren, ob ich eine ohne Anleitung hinbekomme. Ich brauche sie nicht, der Stoff (Baumwolle?) ist etwas elastisch, außerdem ist die Bluse so weit, dass ich sie gut über den Kopf ziehen kann. Am Halsausschnitt ist sie sogar zu weit geworden, da musste ich kräuseln.


Die Knöpfchen sind ziemlich alt, sie kommen aus dem geerbten Kurzwaren-Vorrat meiner längst verstorbenen Nachbarin. Außen sind sie rundlich-dreieckig, innen sind kugelförmige Aushöhlungen - ich kann's nicht besser beschreiben.

 

Das Untendrunter-Shirt ist schon länger fertig. Es ist ein Probeshirt aus dem Baukasten-Schnitt von Atelier Hardy. Er ist zwar sehr teuer, aber es lohnt die Anschaffung.


Auf dem Foto sieht man ganz gut mein Jersey-Dilemma: Mein Busen ist rechts größer als links und die Speckrollen drücken sich durch. Der Stoff ist ein recht fester Baumwoll-Romanit in Nato-oliv, der trotz der hässlichen Farbe gut zum Mai-Top passt.

Als ich dieses Shirt nähte hatte ich noch keine Overlock und probierte mit meiner Nähmaschine verschiedene Möglichkeiten aus:

Versäuberung mit Elastik-Stich, den wohl jede neuere Maschine hat (glaube ich ...) und mit einfachem Zickzack-Stich am Beleg. Die Belege sind im Schnitt vorgesehen, inzwischen kenne ich auch andere Möglichkeiten der Ausschnitt- Bearbeitung.



 
Die hintere Mittelnaht nähte ich mit schmalem Zickzack-Stich und klappte die Nahtzugabe knapp um und versäuberte mit großem Zickzackstich.

Solche Teile auf die Schnelle zu machen, liebe ich eigentlich nicht so sehr. Ich überlege auch noch, wie ich das karierte Shirt verlängern könnte, vielleicht unten noch etwas annähen, oder in der Mitte einfügen? Vom Original-Stoff ist nichts mehr da.


Hier ist die Version, die ich vor langer Zeit mal nähte - in verlängerter Form:

Viele haben schon ihre Mai-Oberteile bei Constance verlinkt, HIER könnt Ihr sie anschauen.

Mittwoch, 6. Mai 2015

Das April-Top ist noch nicht ganz fertig

Geht es Euch auch manchmal so, dass Ihr viel Arbeit habt und Euch nichts sehnlicher wünscht, als an Eure Nähmaschine zu kommen - dann sitz Ihr davor und habt auf einmal keine Lust mehr?
Mir ist es jedenfalls so ergangen. Trotzdem werkelte ich an meinem Oberteil weiter, habe aber dann alles falsch gemacht, was möglich war (Nähte von der falschen Seite genäht, Reißverschluss ungleichmäßig eingenäht , usw.). Das hat viel Zeit gekostet, jetzt bin ich in der Endrunde damit.
Hier ist es nun, mein fast fertiges

von Phillip-Lim inspiriertes April-Top


Mir gefielen einige Schößchen-Tops aus der 3.1 Phillip Lim - RTW - Show F/S 2015 so gut, dass ich unbedingt ein ähnliches Oberteil nähen wollte. Eine Jacquard-Stoff und passenden hellen Stoff fand ich beim Stofflager-Aufräumen wieder. Beide Stoffe sind schön weich, fransen aber fürchterlich, die Overlock musste ich auf die breiteste Stufe stellen. Glücklicher Weise habe ich mit 1,5cm Nahtzugabe zugeschnitten.



http://www.vogue.co.uk/fashion/spring-summer-2015/ready-to-wear/3-1-phillip-lim

Ein Schößchen-Top hatte ich schon mal genäht.

Der Schnitt wurde mir in einem Nähkurs angepasst, also sollte eigentlich nicht viel zu änder sein ...
eigentlich.
Die Wellen waren schnell im Schnittmuster eingezeichnet. Dann wurden die neuen Schnittteile aus den alten kopiert. Und geändert. Und kopiert. Und angepasst. Und ins Reine kopiert.

 Vorsichtshalber musste noch ein Probeteil her:
Huch - es hatte doch mal gepasst?!

Todesmutig wurde geändert, zugeschnitten und genäht!

               Wo ist jetzt das Armloch geblieben?                                 Doch zu weit!
Endlich hat's geklappt! Gut dass ich meine Berta zum Anpassen habe!

Hier ist ein Foto von der Rückseite, der Reißverschluss ist mittlerweile auch schon drin. die kurzen Ärmel sind vorbereitet und müssen nur noch eingesetzt werden. Als Letztes nähe ich noch den Halsausschnitt fertig und säume das Ganze.

Das nächste Oberteil wird einfacher, versprochen!

Tragefotos blogge ich sobald wie möglich, spätestens zusammen mit dem Mai-Top. Was die anderen Teilnehmerinnen geschafft haben seht Ihr HIER bei Constance.


Mittwoch, 15. April 2015

MMM Mein Beitrag zu FuSSA


Ich liebe den Stil der späten sechziger und frühen siebziger Jahre. Das war meine Jugendzeit, da wurde mein Modeverständnis geprägt. Meine Röcke konnten nicht kurz genug sein und Hotpants schienen für mich wie gemacht (damals wog ich 49 kg).
Als ich vor ein paar Jahren den Film "Made in Dagenham" sah, verliebte ich mich in dieses rote Kleid, das die Hauptdarstellerin trug. So eins wollte ich haben, also ran an die Nähmaschine!
Das Kleid wurde so gut wie nie getragen. Jetzt ist es zu eng!
Heute abend, zur Chorprobe, werde ich mir etwas anderes aussuchen müssen.



Zufrieden war ich mit dem Kleid nie, der Stoff ist viel zu steif, obwohl er auch etwas Stretch hat. Er ließ sich sehr schlecht bügeln. Der Schnitt ist auch nicht ideal. Ursprünglich wollte ich diesen hier verwenden:

Als ich ihn auspackte, und die sehr sehr schmalen Ärmelschnitte sah, entschied ich mich, einen ähnlichen Lekala-Schnitt mit weiteren Ärmeln zu verwenden.
Das Ergebnis seht Ihr oben. Vieles ist dabei meiner mangelnden Näherfahrung geschuldet, z.B. was die Anordnung der Knopflöcher angeht.
Die Knopfleiste klafft und muss mit Druckknöpfen zusammengehalten werden. Die Ärmel sind OK, solange ich die Arme runterhängen lasse. Wenn ich sie nur ein bisschen hebe, rutscht das Kleid unanständig hoch.  Hinten ist der Saum höher als vorne; wenn ich mich setzen will rutscht das Kleid hoch und entblößt meine unschönen Oberschenkel. Leider ist der Saum schon bis zum Ende rausgelassen, da lässt sich nichts mehr machen. Vom Gürtel habe ich schon nach der ersten Anprobe Abstand genommen.
Der Stoff scheint aus Vollplastik zu sein, ich fühle mich darin nicht wohl. Gekauft habe ich ihn wegen der Farbe, die ist wirklich schön, nicht zu tomatig oder feuerwehrmäßig und auch nicht zu sehr bordeaux.
Jetzt überlege ich, ob ich die untere Hälfte abtrenne und mit einem übrig gebliebenen Rest vom Stoff einen Kellerfalten-Rock mit Sattel mache, oder ob ich das Kleid in die Tüte für die Tschernobyl-Sammlung stecke. Vielleicht lässt sich das Saum-Ungleichgewicht durch einen breiten Sattel ausgleichen.
Am Rock würde mich die Kunstfaser nicht stören, da kommt genügend Luft an meinen Körper.
Außerdem überlege ich, ob ich mir - mangels Taille - überhaupt Kleider in diesem Stil nähen sollte.
Röcke und Oberteile finde ich praktischer als Kleider, ich kann mich besser bewegen und liebe es, Kleidung immer neu zu kombinieren.

Der Film heißt auf deutsch "We Want Sex", ein etwas doppeldeutiger Titel. Es geht im Film um ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen in den Fordwerken in Dagenham bei London ca. 1970. Die Näherinnen der (Kunst-)Leder-Sitzbezüge für Autos kämpfen um gerechte Entlohnung und kommen bis zu Margaret Thatcher, um ihr Anliegen vorzubringen. Bei einer Demonstration tragen die Frauen ein Banner mit der Aufschrift: "We want sex equality", das sich nicht richtig ausrollt, so dass nur "we want sex" zu lesen ist.



Heute ist mein MMM-Beitrag darüber, was ich nicht anziehe. Was ich nun trage, weiß ich noch nicht, wahrscheinlich wie meistens eine Jeans mit T-Shirt. Ach, ich könnte ja diese Jacke dazu anziehen, es ist ja nicht mehr so kalt!

Hier Seht Ihr, was die MMM-Gemeinde heute trägt.



Freitag, 3. April 2015

Das Dritte von 12 Oberteilen: Das März-Top

Bluse Antwoord von Oki-Style

Diesmal ging es ganz schnell und leicht, diese Sommerbluse herzustellen, und das war gut so, eine dicke Erkältung zwang mich ein paar Tage ins Bett. Aber jetzt ist wieder alles gut und die Bluse ist fertig geworden.


Für das Foto musste ich den Saum festhalten, weil es so windig war. Die Abendsonne wärmte gestern auch nicht gerade, am Vormittag hatte es in Essen noch geschneit!
Ein warmes Oberteil wäre für dieses Wetter praktischer gewesen, aber ich war ganz heiß darauf, den Schnitt auszuprobieren.
Oki-Style hat eine eigene Webseite, auf der man die Schnitte als PDF bestellen und herunter laden kann. Die Nähanleitungen sind auf der Homepage kostenlos und ohne Bestellung herunter zu laden.
Außerdem gibt es diese Schnitte auch auf daWanda im Okistyle Shop, wo die Schnitte allerdings teurer sind - warum auch immer. Ältere Schnitte, wie meine ärmellose Bluse Antwoord, gibt es nur noch bei daWanda, aber auf der Homepage hab ich diese Bluse mit langen Raglan-Ärmeln gesehen.

 Quelle
Wenn ich mir die Fotos der Origina-Bluse so anschaue - meine ist seitenverkehrt. Den Stoff fand ich schon vor ein oder zwei Jahren in der Nähkiste by Anette in Bottrop, wo es sehr schöne Baumwollstoffe zu kaufen gibt. Diese türkis-grün-gelb-Töne sind genau meine Farben!
Den dunkelgrünen Stoff  in dem genau passenden Farbton zu bekommen, war schon schwieriger, ich musste die Farbe sehen und vergleichen können. Auf der Creativa in Dortmund fand ich dann ein passendes Stück: 140 x 25 cm für 5,20 € !! Ein typischer Messe-Preis, aber egal - ich brauchte genau diese Farbe, deshalb kaufte ich den Stoff. Nach dem Waschen blieben nur noch 22 cm Länge übrig, die gerade mal so reichten, weil ich mich beim ersten Zuschnitt vertan hatte und nochmal größer zuschneiden musste.

Das Blusenteil besteht aus einem Stück, an den Schultern zusammenhängend, also ohne Schräge.
Der Halsausschnitt ist ein etwas eieriger Halbkreis in der Mitte zwischen Vorder- und Rückenteil.


Bei den Halsausschnittbelegen und dem daran angeschnittenen Kragen hab ich basteln müssen. Die Anleitung verstand ich nicht auf  Anhieb, außerdem sollte der Beleg aus dem helleren bunten Stoff sein. Dann trennte ich Beleg und Kragen voneinander, mit dem Erfolg, den Kragen zu klein zugeschnitten zu haben. Der halbrunde Kragen soll genau in das Halsausschnitt-Loch passen.
Im Sommer, wenn es heiß ist, wird mir die Bluse gute Dienste leisten, weil sie so schön luftig ist.

Hier bei Constance (Santa Lucia Patterns) seht Ihr, was die anderen Herausvorderer genäht haben.